(Deutsch) Die Behandlung von Autismus - Hypnose & Hypnotherapie Berlin
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Autismus

(Deutsch) Die Behandlung von Autismus

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Es ist selten, dass mich ein Buch so überrascht und berührt wie Raun K. Kaufmans “Autism Breakthrough”, das die Behandlung von Autismus in dem von seiner Familie begründeten “Autism Treatment Center of America” beschreibt.

Der Überraschung folgte Begeisterung, der Begeisterung folgte Interesse und dann… als der Groschen gefallen war, als das, was Raun Kaufman sagen möchte, wirklich bei mir angelangt war, war es plötzlich Selbstverständlichkeit.

Zu dieser Selbstverständlichkeit kann es nur kommen, wenn jemand wie die Familie Kaufman über Jahrzehnte eine Methode entwickelt hat, die mittlerweile große Anerkennung genießt, in ihrer Gründungszeit jedoch diametral entgegengesetzt zu den Ansätze des herrschenden Welt- und Menschenbildes war.

Ein Beispiel dafür? Das autistische Kind in seinem “self-regulating behaviour”, kurz “Stimming”, zu begleiten, anstatt dieses Verhalten unterbrechen und beenden zu wollen.

Stimming kann sehr unterschiedliche aussehen, und hat oft motorische Komponenten. Ein Kind wiederholt dieses Verhalten in einer Art und Weise, die andere Menschen ausschließt.

Es rennt beispielsweise hin und her, oder bewegt seine Hände vor dem Gesicht, oder es reiht Bauklötze in immer gleicher Weise aneinander.

Dieses Symptom ist sehr auffällig, es macht das Kind “anders”, und vielleicht rührt daher ja der Wunsch klassich-behavioraler Ansätze, dieses Verhalten als unerwünschtes Verhalten “wegzutrainieren”.

In Kaufmans Ansatz ist das anders. Hier wird dem Kind in seinem Verhalten ein Miteinander zur Verfügung gestellt, der Trainer, oftmals ein Elternteil, geht mit in dieses Verhalten hinein… und zwar mit der gleichen Intensität, mit dem gleichen Enthusiasmus und der gleichen Freude. Was auch immer da ist, wird gespiegelt. Dem Kind wird dabei die Gelegenheit gegeben, dem anwesenden Erwachsenen in die Augen zu sehen. 

Kaufman berichtet über viele Fälle, in denen das Verhalten nach kurzer oder längerer Zeit aufhört.

Er spricht immer wieder davon, den Autismus als eine Schwierigkeit zu sehen, bedeutsame Beziehungen aufzubauen.

Ein Kind, das in seinem Verhalten ernst genommen wird, fühlt sich verstanden, und nicht mehr so allein in seiner Welt.

Es hat plötzlich Verbindung zu einem anderen Menschen, und ein gemeinsames Erlebnis.

Anstatt das Verhalten des Kinder zu verändern wird eine Beziehung zum Kind aufgebaut.

Auch weitere Interventionen bauen auf diese Sicht von Autismus auf, es wird beispielsweise mit der Motivation des Kindes gehandelt, und sie für das Lernen weiterer Fertigkeiten, und nicht das stumpfe Wiederholen von gewünschtem Verhalten.

Das Besondere an Kaufmans elaboriertem Buch ist, dass er selbst der schwer autistische Junge war, für den dieser Ansatz zum ersten Mal entwickelt wurde.

Damals, im Kleinkindalter, wurde seinen Eltern gesagt, dass er sich niemals von dieser Krankheit erholen würde, dass er niemals sprechen würde und niemals bedeutsame Beziehungen aufbauen würde.

Hier ist er heute.

Die große Vision seines Buches ist, Eltern Mut zu machen, diesen Vorhersagen nicht zu glauben und die Zukunft ihres Kindes offen zu lassen.

Er macht Mut, das Kind als einen Menschen zu sehen, der allen Raum für Entwicklung hat.

Und es macht Mut, das Buch zu lesen, selbst wenn man kein Kind mit dieser Diagnose hat.

Viel Spaß beim Lesen.

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